Flugzeugträger


Baubericht CVN-65 USS Enterprise

Wie es dazu kam:

In meinem bisherigen Modellbauerleben gab es bisher eigentlich nur einen Maßstab: 1:72.

Bisher habe ich auch kaum was anderes als Flugzeuge gebaut. Aber wie es der Zufall will, kam es diesmal anders. An einem Sommertag vor 5 Jahren versammelten ich und meine Clubkameraden uns beim Tag der offenen Tür (Sommerfest) des hiesigen Onlinemodellbauhändlers in Delmenhorst.

Es gab wie immer eine riesige Auswahl an allen möglichen Modellen im Hauptgebäude, aber etwas abseits gab es eine Art Garage, wo man die Restposten und B-Ware kaufen konnte. Nach etwas Stöbern fiel mir ein riesiger Karton auf, eine Nimitz von Trumpeter in 1:350. Und der Preis war sensationell!! 40 € sollte der Bausatz kosten. Warum? Der Bausatz an sich war vollständig und intakt, bloß der Karton hatte auf der einen Seite einen großen Schaden, war unverkäuflich für den Onlinehändler. Ich hab nochmal den Inhalt gecheckt und dann letztendlich gekauft.  

Nach kurzer Zeit fing ich hochmotiviert mit dem Bau an, der Rumpf war recht schnell zusammengesetzt und es gab eine Bodenplatte für den Hangar. Diesen wollte ich im Scratchbau selber ausschmücken. Der Bau verlief ab diesem Abschnitt sehr schleppend, der Eigenbau gestaltete sich schwierig und mir gefiel mein Werk nicht wirklich. Es gab zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht 3D Druck- und anderes Zubehör für den Hangar. Also zur Seite gelegt und anderen Projekten gewidmet. Ungefähr ein halbes Jahr später bin ich im Flugzeugforum auf einen Modellbauer namens Stingray aufmerksam geworden, der seinerseits den Bau der Enterprise begonnen hatte.

 

Er hatte sich bei der Firma L ársenal aus Frankreich ein Hangarset bestellt und im Forum vorgestellt. Die Teile sahen klasse aus und ich nahm Kontakt zu besagten Stingray auf, ob man das Set für die Nimitz nutzen könnte. Da die Schiffe sich im Aufbau doch erheblich unterscheiden, war davon Abstand zu nehmen...Nach kurzer Zeit des Überlegens war mein Entschluss gefasst, Scheiß druff , es wird die Enterprise gekauft und dort der Hangar verbaut. L´Arsenal hat nach kurzer Zeit auch einen Hangar für die Nimitz angekündigt, der ist nach etwa 4 Jahren immer noch nicht erschienen. Aber falls dieser Irgendwann mal erscheint, geht es auch dort weiter...Ich möchte erwähnen, das ich während des Baus auch zweimal umgezogen bin.

 

Der Bausatz:

 

 

Der Kit erschien im Jahre 1984 und ist auch so detailliert. Punkt. Das ist jetzt nicht abwertend, zu dieser Zeit gab es sowas wie Ätzteile und Zurüstsets nicht. Der Bausatz an sich ist wie von Tamiya gewohnt sehr passgenau und lässt sich ohne Modifikationen recht einfach bauen. Die Bauanleitung ist übersichtlich und umfangreich mit vielen Infos zum Schiff. Der Decalbogen ist ganz okay. Ich habe einige fertige Modelle ooB gesehen, die auch so sehr eindrucksvoll waren. Die Größe des Modells beträgt beachtliche 105 cm. Eine Darstellung des Hangars ist vom Bausatz her nicht vorgesehen, es ist keine Innenausstattung vorhanden, hinter den Aufzügen ist die Jalousie runtergezogen. Viele der Teile sind leider vereinfacht dargestellt oder falsch ausgeformt, darauf gehe ich näher in den Baufortschritten ein. Die Brücke oberhalb der Fenster musste z.b. komplett neu aus Plastiksheet aufgebaut werden. Aber 1984 gab es auch noch nicht CAD und ähnliches , da wurden Vorbilder von Hand vermessen und Formen nach Photos erstellt. Und bei einem Schiff von 341 m Länge war die Erstellung des Modells in der Qualität ein Meisterwerk . Es gibt ein paar Deckfahrzeuge und Flugzeuge, aber nicht die Menge, die wirklich auf dem Deck und Hangar unterwegs war. Die Flugzeuge haben unten im Rumpf ein großes Loch, das verspachtelt werden musste.  

 

 

 

Zubehör:

 

Ätzteilsets:

Zur Grundaustattung gehört das Big Ed-Set von Eduard das sich in 5 Teilbereiche aufteilt:

Rumpf, Brücke, Aufzüge, Halterungen für Schlauchboote, Flugzeuge und Fahrzeuge.

Von Eduard zusätzlich geordert wurden Sets mit Relings, Ätzteilgittern, Rettungsringen, Treppen und Leitern.

Für die Deckflugzeuge wurde ein Set von White Ensign bestellt, dieses enthält zu den Ätzteilen an den Flugzeugen auch Sachen wie Schleppstangen, Anhänger, Gabelstablern ...

 

Hangar:

Das Set von L Ársenal beeinhaltet Hangarwände, Boden und Decke und den Übergang zu den Aufzügen als Resinteile. Dazu kommt ein Ätzteilbogen zur weiteren Detaillierung. Desweiteren enthält der Satz eine Unmenge von Bordfahrzeugen, die an sich nicht schlecht wären, nur leider wirken sie eher gedacht für ein Schiff im Maßstab 1:500, sie waren viel zu klein !! Man kann den Satz mittlerweile auch ohne die Fahrzeuge erwerben, was ich dringend empfehle. Ein toller Decalsatz komplettiert das Set.

Ein paar Beiboote kamen vom Hersteller Veteran dazu.

 

Luftfahrzeuge:

Glücklicherweise kein Problem, es gibt diverse Sets von Trumpeter und Tamiya um den Bestand aufzufüllen. Es wurden zusätzliche Tomcats, Corsairs, Intruder, Vikings, Greyhounds, und Hawkeyes geordert. Aber auch ein Marinesset von Trumpeter mit Cobra, Osprey und CH53, die vielleicht mal meinen Träger besuchen kommen.

 

3D Druck:

 

Beim Druckservice Shapeways gibt es den Creator namens Bacon Fist Models, der ein sehr großes Angebot im Bereich der Flugzeugträger im Maßstab 1:350 vorzuweisen hat.

Ich hatte mir dann erstmal Hangarausstattung wie Palletten, Kisten, Bombenstapel, Fässer...bestellt.

Dazu gesellten sich Tillys, A/S32 Tow Tractors, Fire Trucks, MD-3 Trucks, NC-2A , P-16 , Gabelstablern, Gasflaschenanhänger ,Bombtrolleys und Deckwischwagen.

Ganz wichtig wegen der korrekten Maße waren US Navy MK.7 Life Raft Cannisters, davon müssen 3 Packungen bestellt werden ,um ausreichend zu haben.

Es gibt mittlerweile die Möglichkeit, das halbe Schiff im 3D -Druck zu ersetzen, da war ich mit dem Bau aber schon zu weit fortgeschritten und Shapeways hat auch Apothekenpreise...

 

Bordfahrzeuge:

 

Hier orderte ich das Deck Tractors Set von Black Dog, sehr empfehlenswert, und das vergleichbare von Trumpeter. Die Flugzeugbewaffnung ist 3D Druck und stammt wiederum von Bacon Fist Models.

 

Bewaffnung:

 

Die MK.29 Sea-sparrow Launcher und die Phalanx CIWS stammen vom Hersteller Veteran, sind toll detailliert.

 

Antennen und Radars:

 

Es gibt ein Set mit verschiedenen Radaren von Bacon Fist Models. Letztendlich habe ich das AN/SPS 10 genutzt, den Rest von Eduard.

 

Aufzüge:

Hier gab es einen Ätzteilsatz von Gold Medal Models, der allerdings vergriffen zu sein scheint

 

 

Decals:

 

Für das Schiff gibt es ein umfassendes Set von Starfighter Decals, den Bogen 350.53s ,USS Enterprise CVN-65 Markings 1982-2001, der auch auf die Veränderungen in diesem Zeitraum eingeht. Es wird vermutlich schwierig, die riesigen Decals zu verarbeiten, ich benutzte nur einen Bruchteil.

Bei den Fliegern wurde es schon schwieriger, es gab für den geplanten Zeitraum 1990-1991 nichts auf dem Markt. Ich bin bei Facebook aber auf David Scale Models aufmerksam geworden. Dieser hatte diverse Decalsätze für andere Zeiträume und Schiffe auf den Markt. Ich habe dann einfach mal angefragt, ob er mir für die CAG 11 (Carrier Aircraft Group) einen Satz erstellen konnte. Und siehe da, etwa 8 Wochen später hatte ich Post aus den Usa mit dem für mich erstellten Decals. Natürlich sind diese da jetzt auch im Shop gelistet. Sie sind super zu verarbeiten, aber auf durchgehenden Trägerfilm. Stencils entnahm ich aus anderen Starfighter-, Tamiya- oder Trumpeterbögen.Von Gold Medal Models hatte ich einen Satz Decals mit den Maßen der Flugzeugverglasung in dunkelgrau , das hat die Arbeit sehr erleichtert.

 

Figuren:

 

Ich habe mehrere Ätzteilsätze von Eduard (Aircraft Carriers Figures USN Present), die sind toll bemalt, aber leider sind sie flach, das muss ich mir nochmal was einfallen lassen.

Die Firma NorthStarModels hat 3 dimensionale Figuren im Angebot, aber nicht bemalt. Man kann halt nicht immer Sieger sein.

 

Sonstiges Equipment:

 

Das meiste stammt wie schon beschrieben von Shapeways/Baconfistmodels. Aber es gab auch ein paar Resinsets von L Àrsenal mit Containern ,Kisten, Paletten, Rohren u.s.w.

 

 

Bilderquellen und Literatur:

 

Der Großteil der Bilder, die ich benötigte, sind zusammengetragen aus den Tiefen des Internets. Hierbei besonders hilfreich war das Flugzeugforum mit dem Baubericht von Firebee und meine „Brieffreundschaft“ mit dem Forenmitglied Olli (Stingray) , der ebenfalls an einer Big E bastelt und den ich auch mittlerweile mehrfach privat getroffen habe. Aber auch spezielle Facebookgruppen wie „ Navy Carriers in Scale“ und Eyes of the fleet“ und natürlich Bertis Kreativtruppe haben sehr bei der Recherche geholfen. Mein Dank geht hier an William Nagy, Ray Bean und die Navy-truppe rund um Thomas Matzer und Kai Wolter.

 

Ein paar Bücher sind auch zu empfehlen wie das

 

Detail&scale 39. The Enterprise ,Bert Kinzey

Uss Enterprise CVN-65, Dave Mc Kay

How they work. Nimitz Class Supercarrier, Hugh Cown

Supercarriers, Naval aviation in Action, Tony Holmes

Carrier Avation ,Peter Garrison, George Hall

 

Seventh Fleet Super Carriers, Tony Holmes

 

 

 

 

Zum Original :

 

 

Die USS Enterprise ist vermutlich hinlänglich bekannt, sie ist der erste atombetriebene Flugzeugträger und wurde am 25.November 1961 in den Dienst gestellt. Sie war bis 2012 dann im Dienst. Eine ausführliche Beschreibung findet sich hier .

 

 

Zum Bau

 

Der Rumpfzusammenbau:

 

 

Der Rumpf besteht aus drei großen Segmenten und wurde mit einer Revellkleber und Sekundenkleber zusammengefügt. Es musste an einigen Stellen gespachtelt werden, aber die Passgenauigkeit ist wirklich gut. Ich habe dann alle nicht benötigten Löcher zugespachtelt. Dann habe ich den Rumpf mit einem Edding markiert, wo Ätzteile von Eduard ( die flachanliegenden) waren. Dann wurden diese angebracht. Von unten wurden mehrere Bohrungen vollzogen, für Kabeldurchführung einer Beleuchtung und zur Befestigung auf einem Sockel.  

Hangarbau Teil 1:

 

Der erste Schritt war eine Ebene für den Hangarboden zu schaffen. Dieser sollte auch den Rumpf etwas weiten und versteifen und nicht zu schwer sein. Hier konnte ich auf ungewöhnliches Material zurückgreifen, Holzstäbe von Sylvesterraketen, mit der mich meine Clubkameradin Nadine versorgte, die bei Comet arbeitet. Diese wurden längs und quer geschichtet, bis ich in der Höhe der Aufzüge ankam. Gearbeitet wurde mit Holzleim. Der Hangarboden bestand aus 5 einzelnen Teilen, die miteinander verklebt und verschliffen werden mussten. Diese wurden mit Tamiya Dark Grey geairbrusht und mit Pigmenten gealtert. Dann folgte der Einbau der Tore. Alle Resinteile waren ziemlich verzogen, daher mussten sie im heißen Wasserbad erstmal geradegebogen werden . Im gleichen Zeitrahmen wurden die Hangarwände segmentweise gebaut und lackiert. Dann folgte der Zusammenbau, wo mich die nicht so dolle Bauanleitung von L Ársenal in den Wahnsinn trieb. Es passte am Ende doch irgendwie zusammen, es musste halt ein wenig improvisiert werden....

Es konnte der Einbau von Ätzteilen beginnen, Detailbemalung, Alterung und Decals anbringen.

 

Aber so sieht es etwas leer aus …

Massenproduktion Luftfahrzeuge:

 

Die Flugzeuge wurden zunächst nach Anleitung zusammengefügt. Dann wurden teilweise Modifikationen vorgenommen. Cockpits wurden ausgefräst, Schleudersitze aus dem 3D-Druckverfahren eingebaut. Cockpithauben wurden aus durchsichtigen Pinselhauben erstellt. Tragflächen wurden abgeschnitten und im geklappten Zustand angebracht. Bomben und Raketen von Bacon Fist Models wurden an die Tragflächen geheftet. Fahrwerke und Klappen aus Ätzteilen verbesserten das Aussehen der Maschinen immens. Bremsklappen wurden teilweise angelenkt angebracht. Dann erfolgte die Bemalung Light Gray von Tamiya über alles bei den Low Visibilities.

 

Die etwas Auffälligeren haben dementsprechend mehr Farbtupfer erhalten. Alterung und Detailbemalung folgten. Dann wurden die Decals von David Scale Models angebracht und Stencils anderer Firmen.

Massenproduktion Bordfahrzeuge:

 

Die Bordfahrzeuge waren eine bunte Mischung verschiedener Hersteller und Qualitäten. Bei manchen (Bacon Fist Models) war gar nix zu tun, bei Black Dog waren noch die Reifen anzubringen, bei Trumpeter und Tamiya gab es teilweise Ätzteile von Zurüstsätzen anzubringen.

1990 waren die meisten Bordfahrzeuge noch gelb (Yellow gear), aber die Umrüstung auf weiß fing so langsam an, daher hab ich einen mix von beiden gemacht, um es intressanter zu gestalten. Als Decals mussten Reste mit weißen oder schwarzen Buchstaben herhalten, da ich erst später von

einem Decalsatz erfuhr, der speziell für Bordfahrzeuge erstellt worden war. Als Ausrüstung wurden Schläuche und Schleppstangen an die Fahrzeuge angebracht.

Massenproduktion sonstiges Equipment:

 

 

Von L Ársenal hatte ich noch ein paar Ätzeile für Arbeitsbühnen und Hydraulikständern zusammenzubiegen. Der Rest war einteiliges Resin/3D Druck was nur noch entsprechend lackiert und gealtert werden musste.

Hangarbau Teil 2

 

Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, konnte der Hangar mit Leben gefüllt werden. Flugzeuge und Fahrzeuge wurden angeordnet und “angekettet“, dies erfolgte mit dünnen Draht in rot lackiert. Kisten und Ladung wurden untergebracht . Etwas Schweiß und Zeit hat mir der Selbstbau des Beibootfahrgestells gekostet, wie ich es auf den Photos von A.H. Rubio gesehen habe, der seinerseits eine traumhafte Enterprise gebaut hat.

Später erfuhr ich von richtigen Crewmitgliedern, das die Flugzeuge auch eine ganz bestimmte Anordnung im Hangar haben, die nicht der meinen entsprach. Aber am Ende kann man durch 4 kleine Einblicke in den Hangar schauen und erkennt leider kaum noch was, daher blieb es den so ,wie es war.

 

Damit man überhaupt was erkennt, hatte ich mir überlegt, den Hangar zu erleuchten. Aber wie machen, wen man von Elektronik so gar keine Ahnung hat? Die Lösung war ein Set mit Led-Streifen. Die Streifen waren auf einer Rolle und konnten an bestimmten Punkten auseinandergeschnitten werden. Auf der Unterseite war ein Klebestreifen, mit dem konnte ich den Streifen mit dem Hangardach verbinden. Die Kabel leitet ich unsichtbar unten aus dem Rumpf in den Sockel. Der Clou dabei: das Licht ist mit einer Fernbedienung zu bedienen, es kann die Farbe gewechselt werden, heller und dunkel gemacht werden. Ein Streifen geht hoch zur Brücke, damit diese auch beleuchtet werden kann. Das Dach von Làrsenal war nicht zu gebrauchen, daher wurde dieses mit Plastikmaterial von Evergreen nach Photos neu aufgebaut. Dies hätte man noch auf die Höhe treiben können, mir reichte mein Detailgrad so aus, wie gesagt, man sieht nicht all zuviel mehr später davon.  

 

Das Schiffsheck:

 

 

Nun folgte das Heck: Hier gab es doch so einiges zu verändern. Mit Evergreen wurden eigentlich fast alle Bereiche umgestaltet, teilweise half hier auch Eduard mit PE. Der Phalanx-Civs-Standort wurde von Grund auf neu gestaltet. Beim ausklappbaren Schiffsteg stimmten selbst die Ätzteile nicht in der Form, es musste mal wieder gescratcht werden.

Der Schiffsrumpf -weitere Detaillierung:

 

An diversen Stellen musste ich nochmal ran, da sie in der Form nicht stimmten. Hier nochmal großen Dank an FF-Forumane Firebee mit seinen Bildern und Erklärungen von seinem Bau.

Fangen wir mal vorne an, wo die Löcher für den Anker versetzt werden musste. Die Waffenplattformen beiderseits am Rumpf waren in der Form zu verändern und zu verschleifen. Der Übergang zum Mitteldeck war nicht korrekt und musste, Ihr könnt es Euch denken, neu aufgebaut werden. Überhaupt alle Bereiche mussten auf der Unterseite vom Detailgrad gepimpt werden, da war halt nicht viel. Umfangreich auch der Bereich um die Betankungsanlage des Schiffes, der mit

allerlei Scratchbauten und Bleidraht verfeinert wurde. Ach ja ganz vergessen, rund um den Rumpf

war eine streifenförmige Zusatzpanzerung angebracht, die hab ich dann auch durch Plastikstreifen imitiert. Hier war aber auch jeder Streifen individuell anzufertigen, da sie alle unterschiedlich in den Maßen waren, das klappte allerdings erstaunlich gut. Rund um die Aufzüge war auch gähnende Leere. Auch hier war Evergreen mein Freund. Vom Eduardset war auch noch einiges zu verbauen. Den Catwalk von Tamiya hatte ich gar nicht genutzt, dazu später mehr. Dann waren noch die Schiffsschrauben anzubringen, da hab ich mal nix verändert. Der Anker wurde geringfügig verändert, dann passte das auch. Zwischendurch wurde auch der Kran in korrekte Form gebracht.

 

 

Die Aufzüge:

 

 

Diese sind schon ganz gut gestaltet, wurden aber auf der Unterseite mit vielen Extrastreben aus Evergreen verfeinert. An den Seiten sind Teile von Eduard verbaut, obendrauf jeweils ein großes Ätzteil von GoldmedalModels.  

Die Rumpflackierung:

 

 

Zunächst wurde der Rumpf schwarz grundiert mit Primer von AK. Der schwarze Streifen zwischen grauen und roten Bereich wurde maskiert und ist immer noch der Primer. Der untere Bereich wurde mit Rotbraun von Tamiya und dann mit einer Airbrushlochmaske mit einem helleren rotbraun übergesprüht. Der graue Bereich wurde mit Lightgrey von Tamiya geairbrusht und nach der gleichen Methode weiterbearbeitet. Dann erstmal Klarlack zum Schützen der Bereiche. Dann Nutzung diverser Filter, Pigmente und Washes, alles was so da war.  

Die Hochzeit von Rumpf und Deck, der Catwalk:

 

 

Mit viel, viel Sekundenkleber wurde der Rumpf und das Deck zusammengeklebt. Im Vorfeld wurde der gesamte angegossene Catwalk entfernt, der nun Stück für Stück neu und erheblich detaillierter aufgebaut wurde, hier nochmals danke an A.H. Rubio und die Photo-Cd´s von Ray Bean, ohne die es nicht gegangen wäre. Ich habe meistens erst einen Unterbau aus Evergreenprofilen gestaltet, darauf eine Papierschablone gelegt und die Maße abgenommen. Diese wurde dann auf ein Ätzteilgitter übertragen, das dementsprechend ausgeschnitten wurde. Das wurde dann verklebt. Dann folgte die Reling( Ätzteil ) oder Bordwand aus Plasticsheet und weitere Detaillierung nach Vorbildmaterial.

So arbeitete ich mich langsam um den Rumpf bis ich endgültig rum war. Die Aufzüge waren zu verbauen und rundherum zu verschleifen. Es gab tolle Ätzteilversionen von der ECM am Rumpf und der Fresnel Optical Lens ( wo zusätzlich von mir noch diverse weitere Kleinteile verbaut wurden ) . Nun kamen auch die Halterungen von für die Life Raft Container von Eduard zum Einsatz, eine erhebliche Aufwertung. Von Tamiya ganz vergessen wurde die kleine LSO-Plattform, diese wurde zum Teil gescratcht und mit Teilen von L Àrsenal gebaut. Darunter befindet sich ein Netz mit Rettungsinseln. Diese entstanden aus Tamiya-Putty und das Netz war ursprünglich Aufbewahrungsort von 3 Knoblauchzehen. Auf dem Deck mussten noch die Jet-Blast-Defectors angebracht werden aus dem Eduardset, die sind super !!Ach ja, und vor der Hochzeit wurden noch 4 Drähte als Fangleinen durch den Rumpf gezogen. Ab jetzt kann das Schiff nicht mehr auf den Kopf gedreht werden.

 

Lackierung des Decks:

 

Das Deck wurde gut miteinander verschliffen, bis Übergänge der 3 Teile nicht mehr sichtbar waren.

Dann wurde mit Tamiya Nato Black die Fläche geairbrusht. Auch hier kamen die Trinity Masken von Uschi van der Rosten zum Einsatz, mit einer aufgehellten Farbe wurde dann drüber gesprüht.

 

Dann habe ich eine für mich neue Methode ausprobiert. Ich nutzte Künstlerpastellbuntstifte von Faber Castell. Diese nutze ich für fast alle Markierungen. Warum? Diese sind punktgenau zu nutzen, lassen sich wieder abtragen und verwischen. Ich wollte damit den verwaschenen Look diverser Flugdecks imitieren und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Bitte nicht mit den Stiften von AK versuchen, die haben einen zu festen Abriebspunkt, wo sie die Farbe abgeben und kratzen damit untere Farbschichten wieder ab.

Die Brücke:

 

Nun kam die Bauphase, vor der ich am meisten Respekt hatte, der Bau der Brücke. Zunächst erstmal die Teile der unteren Ebene zusammengefügt, dann mussten einige große Löcher in die Bodenplatten gesägt werden, damit die LED-Beleuchtung sichtbar wird. Den Innenraum teilweise mit Alufolie zur besseren Reflektion tapeziert. In der nächsten Phase wurden an der Front- und Seitenpartie alle Fensterstreben entfernt außer an den Ecken, um sie mit den Ätzteilen aus dem Eduardset zu ersetzen, das klappte erstaunlich gut. Das Problem war nun, eine geeignete Verglasung zu finden. Viele Obst und Gemüseverpackungen wurden daraufhin gesammelt, dann nach einer geeigneten klaren , grünen Farbe gesucht. Tja, die Versuche waren leider alle erfolglos, echt interessant, was da alles so angeboten wird. Die Rettung in diesem Fall war mein Modellbaukumpel Wolfgang, der mir eine grüne Folie mitbrachte, die perfekt für die Aufgabe war. Zum Glück hatte ich mir die Maße der Fensterätzteile auf Papier übertragen, so konnte ich die Folie passgenau zuschneiden. Das Ergebnis gefällt mir sehr gut. Die oberen Ebenen der Brücke weisen eine Menge Formfehler auf, auch durch das geplante Baujahr1990-1991 ergaben sich einige Änderungen.

Diese wurden wieder mit Plasticsheet durchgeführt. Mittlerweile gibt es für diese Segmente 3d-Druck-Ersatz bei Shapeways, die die Arbeiten sehr beschleunigen könnten, ich mag es aber auf die harte Tour. Dann folgten erstmal Lackierung und Decals, hier gab es nix besonderes zu berichten.

 

Nun ging es mit dem Ätzteilwahnsinn los, durch meine Änderungen passten logischerweise kaum noch ein Reling aus dem Eduardset, die wurden dann alle einzeln zusammengeschnibbelt.

Einige Leitungen nach Foto-vorbild wurden aus Draht zugefügt.

 

Radare, Antennen und Rigging:

 

 

Weiter ging es mit den Antennen und verschiedenen Radaren, allesamt aus dem Eduardset, ich finde sie großartig. Bei einer Schönwettergartenbauaktion ist ein kleiner Radar leider für immer verschwunden, was zum Glück kein Problem war: der Eduard-Kundendienst schickte mir innerhalb von 14 Tagen die gesamte Platine neu zu gegen ein lächerliches Entgelt von 7€.

Der Hauptmast war schon eine Herausforderung und ist leider auch etwas schief geworden, besser kriege ich aber mit meinen Wurstfingern nicht hin. Auch für die darauffolgende Verspannung sollte man nicht am Vorabend zuviel Alkohol getrunken haben, eine ruhige Hand war von Nöten für die Friemelarbeit. Ich nutze hierfür das Garn“ Rig that thing“ von Uschi van der Rosten. Leider musste ich es einmal wiederholen, weil sich das Garn mit Sekundenkleber komisch wellte. Im zweiten Versuch klappte es aber gut. Weil man an das Garn keine Flagge anbringen kann, musste eine andere Lösung her: Akupunkturnadeln.

Diese sind dünn, gerade, starr und gut mit dem Seitenschneider zu verarbeiten.

 

Die Flaggen sind Decals des Bausatzes auf Alufolie aufgebracht, die dann um die Nadel gewickelt worden sind. Die Beflaggung ist zu rein optischen Zwecken , ich hab keine Ahnung, was sie in Wirklichkeit bedeuten.

Damit wäre auch die Brücke soweit fertig.

 

Antennen des Rumpfes:

 

Noch eine Angstaufgabe wartete auf mich, die Erstellung der Rumpfantennen.

Diese wollte ich abnehmbar gestalten, zur einfacheren Handhabung beim Transport. Dazu wurde an den erforderlichen Stellen eine senkrechte kleine Plasticsheetplatte angebracht, über die man eine zusammengefaltete Ätzteilplatte schieben konnte. An die Ätzteilplatte wurde ein rundes Stück Plastiksheet angebracht, das in der Mitte eine Bohrung erhielt. Dann kamen wieder meine geliebten Akupunkturnadeln zum Einsatz, die in der Bohrung unterkamen. Manche der Antennen erhielten noch Ergänzungen aus Uschigarn und Draht, was mal wieder sehr fummelig war....

 

 

Somit ist eigentliche Bau abgeschlossen, es fehlt noch die Belebung des Decks und mein Kumpel Maik kümmert sich um einen schicken Sockel und Kupfernamenschild. Dann braucht es noch eine Transportkiste...